Wettringen - selbst - bewusst

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Gehen Sie!

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Gehen Sie!

Die Schildkröte kann Dir mehr über den Weg erzählen als der Hase. (chin. Weisheit)

"Führerschein futsch?" - "Nö!" - "Fahrrad ferloren?" - "Nö!" - "Und warum läufst Du dann?" - "Weil ich laufen will. Sitzen tu´ ich den ganzen Tag im Büro." - "Ah..., verstehe! Wollste mitfahren?" - "Mh? NÖ!"

Seit etwa 3 Jahren gehe ich zu Fuß zur Arbeit. Ein echtes Privileg! Jeden Tag zwei oder vier Mal je einen knappen Kilometer.

Warum gerade den Weg zur Arbeit? Weil es die einfachste Art ist, Gehen in den Tagesablauf zu integrieren. Ich muss den Weg eh zurücklegen. Also?

Aber kostet das nicht viel Zeit? Im Gegenteil: in den etwa 45 Minuten, auf 4 Strecken über den Tag verteilt, bewege ich mich nicht nur sondern tanke Sauerstoff und Tageslicht. Außerdem lässt es sich beim Gehen bestens über Dinge nachdenken, zu denen einem sonst die Zeit fehlt.

Und bei schlechtem Wetter? Da komme ich - dank Schirm - trockener an, als mit dem Fahrrad. Außerdem: was ist schlechtes Wetter?

Und was hast Du davon? Die erste Erkenntnis war: meine Nackenschmerzen sind weg. Den ganzen Tag vorm Bildschirm zu verbringen fordert seinen Tribut. Eine neue Matratze und ein spezielles Kopfkissen halfen - aber nur kurz. Seitdem ich gehe, besteht das Problem nicht mehr.
Nach 2-3 Monaten spürte ich, dass ich anders gehe: schneller, gleichzeitig entspannter und... anders halt.
Aber das tollste ist: ich gehe bewusster. Ich sehe vieles intensiver, was man im Auto und auf dem Fahrrad nur bedingt bemerkt: kleine Veränderungen am Wegesrand, Wolkenspiele, Kraniche, die über Wettringen ziehen, das Wetter in seinen Schattierungen und die Jahreszeiten. Auf dem Nachhauseweg sind die Nerven in 10 Minuten wieder heruntergefahren. Entspannung und Entschleunigung at its best.

Es gibt viele gute Gründe für´s Gehen, also: Gehen Sie!

Und: ja, ich weiß, dass "ferloren" mit "v" geschrieben wird, danke, dass Sie bis hierher gelesen haben.

(RD)


Weiterlesen-Link

Livescience (engl. Artikel)



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